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Night of Passion – Erlebnis der Sinne

Jungdesigner aus drei Nationen präsentierten am Freitag, den 28. April 2006 ihre Kreationen im Palmengarten des element (Zima) in Dornbirn. Die jungen Talente interpretierten die Mode mit unverstelltem Blick, griffen Regeln phantasievoll auf und wandeltn sie ab. 600 Gäste aus den Bereichen Fashion, Beauty und Lifestyle sowie Politik und Wirtschaft waren bei der „Night of Passion“ mit Spannung dabei.

Im Mittelpunkt stand in dieser Nacht extravagante Mode von internationalen Designern wie Filia Manikas (Griechenland), Ingo Brack (Deutschland), Michel Mayer (Wien) und Lucia Schneider (Bregenzerwald). Die Show im Stil einer Prèt a Porter Show wurde quer durch den Palmengarten auf einem roten Catwalk vorgeführt und auf Großleinwänden übertragen. Im zweiten Part zeigte die Vorarlberger Stickereiwirtschaft und Sigrun Brändle ihre neue Kollektion. Danach präsentierte Home of Balance mit Models innovative Beautyprodukte.

Michel Mayer
„Die größte Herausforderung als Designer ist für mich, die teilweise sehr avantgardistischen Ansätze des eigenen Designs in Ausstattungsarbeiten auf konventionelle und auch kommerzielle Weise einzubringen und diese in der Produktion umzusetzen, ohne dabei Qualität und Funktionalität außer Acht zu lassen. Es ist eine Sache, eigene Kreationen zu entwerfen und diese ohne Rücksicht auf Tragbarkeit zu produzieren – eine Andere jedoch die Designelemente im täglichen Bedarf auf funktioneller Ebene umzusetzen.“

Die Designerin Michaela Mayer versucht sich mit ihrem Label Michel Mayer in einem für Designer bisher eher vernachlässigtem Metier, nämlich der Berufsbekleidung bzw. Corporate Design für Firmen. Für die Designerin selbst ist dies eine weitere Chance, ihre Kreativität in einem völlig neuen Bereich unter Beweis zu stellen.

Für die Auftraggeber, vorwiegend Gastronomen, ist es die Möglichkeit von der meist so eintönigen und ausschließlich funktionellen Uniformierung hin zum modernen und avantgardistischen Auftreten der Mitarbeiter zu wechseln, ohne dabei Funktionalität außer Acht zu lassen. Wie toll Berufsbekleidung aussehen kann, sehen Sie am 28. April 2006 im element in Dornbirn bei der „night of passion“.

Filia Manikas
Filia Manikas lebt in Wien und Griechenland und studierte bei ua bei Helmut Lang, Viktor & Rolf und Raf Simons an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Für ihre Diplomkollektion Nadsat, wurde sie mit dem Preis der Österreichischen Textilindustrie und dem Würdigungspreis des Bundesministerium für Kunst ausgezeichnet.

„Es gibt wohl kaum ein geeigneteres Mittel um Menschen mit einem Blick zu kategorisieren als Kleidung und Mode. Für jeden Typus einen Stil, für jeden Stil ein Kästchen, fertig ist das perfekte Vorurteil. Was darunter ist, dass wollen wir bestenfalls noch sehen, aber nicht mehr wissen“, so Filia Manikas.

Wild, dekadent, glamouröse, manchmal aggressiv, manchmal sentimental sind die Entwürfe von filia, die mit ihrer Mode tragbare Images von Frauen kreiert, die ähnlich wie eine gute Pop Band funktionieren. Leidenschaftlich, teilweise klischeehaft überzeichnet, und nie langweilig.

„Wenn ich Mode entwerfe, ist das für mich, wie in die Haut von jemandem zu schlüpfen, der ich gerade sein möchte. Ein Spiel mit Geschichten, Traditionen und Erfahrungen. Oder ich nehme ein bestimmtes Detail, sagen wir eines Kleidungsstück, reiße es aus seinem gewohnten Kontext, stelle es in eine völlig neue Umgebung und mache es dadurch auf eine neue Weise erfahrbar. Zum Beispiel ein Overall, wie ihn ein Mechaniker trägt, der zur Abendrobe wird.

Wenn ich also eine Kollektion entwerfe geht es immer auch um Sehnsüchte und Träume und um verborgene Gedanken, die durch meine Kleidung an die Oberfläche gelangen. Mode ist ja im Grunde ein Ringelspiel, das sich um die eigene Achse dreht. Und dabei geht es immer wieder auch um mich selbst.“

Lucia Schneider
Mit erst 25 Jahren hat die gebürtige Bregenzerwälderin mit ihrer Kollektion schon für großes Aufsehen gesorgt. Grundinspiration für ihre Kollektion war die bregenzerwälder Frauentracht, die in ihrer kühlen Schlichtheit mit strengen Plisees eine Suche nach Strukturiertheit, Perfektionismus und Ordnung zum Ausdruck bringt, wie sie für die Region und ihre Menschen charakteristisch ist.

„In der Auseinandersetzung mit meiner eigenen Herkunft ist die Kollektion zum einen ein Ausdruck meiner Erfahrung mit der dortigen Tradition und Lebensart. Zum anderen soll sie ein Beitrag dazu sein, den Herausforderungen einer offenen Gesellschaft zu begegnen, ohne seine Wurzeln dabei zu verleugnen oder die Verbindung abreißen zu lassen,“ so Lucia Schneider.

Ingo Brack
Ingo Brack gilt in der Fashionszene als absoluter Trendscout, seit dem Jahr 2000 ist er im Bereich Trendforschung in der Mode tätig. Bracks Karriere begann, als er 13jährig eine gebrauchte Nähmaschine geschenkt bekam. Zur Zeit ist er Artdirector der größten Modeschule „Esmod“ mit 20 Niederlassungen weltweit. Er betreut Kreativprojekte und Workshops rund um die Mode in der ganzen Welt.

Mit seiner eigenen mehrfach preisgekrönten Kollektion ISAB konnte er unter anderem den begehrten „Prix Bolero“ gewinnen. „Meine Mode drückt in erster Linie die Liebe zur Individualität aus,“ so Ingo Brack.

Das Label ISAB bedient extravagante Kunden und versteht sich als Verschmelzung von Unikaten mit dem täglichen „Streetlife“. Diese Mode haucht dem Alltag ein wenig mehr Persönlichkeit, Glanz, Flair ein.

Ingo Brack ist einer der es schaffen kann, vielleicht wird er einmal zu den großen Namen des Modebusiness gehören.

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